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Themenrubrik: Fitness: Krank durch Doping - Buchtipp

„Krank durch Doping“

Ingo Bolz kann behaupten, dass er erfolgreich in seiner Sportart Bodybuilding war. Er war mehrfacher Landesmeister, mehrfacher deutscher Meister, Mr. Universum und Weltmeister. Um diese Erfolge überhaupt möglich zu machen, hatte er in seiner aktiven Zeit als Wettkampfbodybuilder verschiedene Dopingsubstanzen genutzt.

Möglicherweise aus diesem Grund ist Ingo Bolz im August 2005 an einer Niereninsuffizienz (Nierenversagen) erkrankt. „Seitdem bin ich dialysepflichtig“, so Ingo Bolz. Als die Krankheit erkannt wurde, befand er sich in einer Wettkampfvorbereitung zur Mr.-Universum-Wahl in Aachen. Dass ihm so etwas geschehen könnte, hielt er vor der Erkrankung für unmöglich.

Denn er war überzeugt, ein gesundes Leben zu führen: Er war Nichtraucher, trank sehr selten Alkohol und glaubte, sich sehr gesund zu ernähren. Über die schädlichen Nebenwirkungen der jahrelang eingenommenen Dopingsubstanzen dachte er nie nach.

„Mit meinem Buch Krank durch Doping möchte ich erreichen, dass Sportler, die Hormonpräparate und andere Medikamente zur Leistungssteigerung einnehmen, ihren Konsum überdenken“, so der ehemalige Bodybuilder. Ob er das mit seinem Buch erreichen wird? Er hoffe, ja.

Gerade gegenüber jüngeren und unerfahrenen Sportlern fühle er sich verpflichtet, auf die möglichen Gefahren eines Medikamentenmissbrauchs hinzuweisen. „Diese Gefahr zu ignorieren und zu unterschätzen, war der bisher größte Fehler meines Lebens“, fügte Ingo Bolz hinzu.

„Während der Behandlung im Krankenhaus und in der Zeit danach wurde ich von verschiedenen Medizinern betreut, die sich sehr schnell einig waren, dass mein Nierenversagen auf den jahrelangen Medikamentenmissbrauch zurückzuführen sei“, so der Ex-Weltmeister. In den ersten Wochen und Monaten hatte er noch nach anderen Gründen für die Erkrankung gesucht, um den Medikamentenmissbrauch zu verharmlosen und den Sport vor Außenstehenden zu schützen. Mittlerweile hat Ingo Bolz aber eingesehen, dass er viel Zeit sparen kann, wenn er nicht krampfhaft andere Ursachen für die Erkrankung vorschiebe.

In den Kapiteln sieben und acht des Buches hat Ingo Bolz den Medikamentenmissbrauch zwischen 1991 und 2005 ausführlich beschrieben. Er ist zudem überzeugt, dass sich die Einnahme von Medikamenten bei sehr vielen Sportlern bestimmter Sportarten in sehr hohen und möglicherweise krank machenden Dosierungsbereichen befindet, die vielleicht mit den von ihm selber eingenommenen Dosierungen vergleichbar sind.

Mit der von ihm genauen Darstellung des Medikamentenmissbrauchs möchte er auf die lauernde Gefahr, die mit dem Dopingkonsum einhergeht, hinweisen. Ingo Bolz sagt: „Den meisten Sportlern ist diese mögliche Gefahr gleichgültig oder sie sind einfach nur unwissend und gehen deshalb ein so hohes Risiko ein, möglicherweise zu erkranken“. „Die Abhängigkeit von einem muskulösen Körper oder sportlichen Erfolgen ist oft größer als die Angst vor eventuellen gesundheitlichen Gefahren“, so Bolz. „Bei mir war das leider nicht anders gewesen, diese Tatsache kann ich nicht abstreiten“. Er fügte noch hinzu: „Ich habe es am eigenen Leib erfahren müssen und weiß, wovon ich rede“.

Ein Buch, dass jeden Nutzer von Dopingsubstanzen zum Nachdenken anregen wird.

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